Starke und Schwache

Starke und Schwache


# Neuigkeiten
Veröffentlicht von Christina Duncker am Donnerstag, 16. April 2020, 02:45 Uhr
© Elias Sch

Moin,

wie erwartet sind die Lockerungen der Maßnahmen moderat, vernünftig und notwendig. Gerecht aber mit Sicherheit nicht. 

Diese Ungerechtigkeit auszuhalten ist schwer, macht wütend und führt manche an den Rand des Zusammenbruches - wirtschaftlich und seelisch. Auch wenn wir alle wissen, dass diese Ungerechtigkeit zum Wohle aller geschieht. So trage auch ich mit schwerem Herzen mit, dass Gottesdienste weiterhin nicht wie gewohnt stattfinden können.

Aber es ist wichtig, dass wir diese Ungerechtigkeit jetzt und zukünftig nicht aus dem Blick verlieren. Wir, die wir weniger von der Ungerechtigkeit betroffen sind, müssen helfen und unterstützen, wo wir können und dürfen unsere Verantwortung bei weiteren Lockerungen im Mai nicht vergessen. Bleibende Ungerechtigkeit darf keine Option unserer gemeinsamen Zukunft sein.  

Als ich gestern in der Kirche war, las ich im Brief an die Gemeinde in Rom, im 15 Kapitel: 

1 Wir Starken sind verpflichtet, die Unsicherheiten der Zweifelnden mitzutragen und dürfen nicht nur danach fragen, was für uns persönlich das Angenehmste ist. Jede und jeder sollte sich für die Mitmenschen zu ihrem Besten einsetzen und sie fördern.

Auch wenn es hier um Glaubenszweifel geht, bleibt die Aufforderung, dass Menschen mit Mut, Vertrauen und Zuversicht diejenigen nicht alleine lassen, die in Krisen von Angst und Verzweiflung gelähmt sind. 

Die Starken sind immer verantwortlich für die Schwachen. Egoismus und Gleichgültigkeit dürfen unser Handeln nicht bestimmen. 

So gehen wir weiter gemeinsam durch die Zeit, die Starken und die Schwachen. 

Pastorin Duncker

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